Generino

Machbarkeitsstudie

Marktlage, Wettbewerb, Wirtschaftlichkeit und Risiken für Generino im DACH-Raum und Norditalien.

Hinweis: Die Zahlen sind Branchenschätzungen und Modellannahmen zur Bewertung der Idee — keine geprüften Marktdaten. Vor einer Finanzierungsrunde sollten sie mit Primärdaten unterlegt werden.

1 · Das Problem

Ein ausgefallener Ofen bedeutet für eine Pizzeria sofortigen Umsatzstillstand. Bei einem typischen Tagesumsatz von 1.500 bis 3.000 € kostet schon ein halber Ausfalltag mehr als eine Jahreswartung. Heute läuft die Suche nach einem Techniker über Telefonlisten, den Ofenhersteller oder persönliche Kontakte — mit unklaren Wartezeiten und Preisen.

  • Ausfallkosten: 750–1.500 € pro halbem Tag ohne Ofen
  • Kein zentraler Ansprechpartner für Holz-, Gas- und Elektroöfen
  • Preise werden erst nach dem Einsatz bekannt
  • Sprachbarriere: viele Betreiber arbeiten auf Italienisch, Techniker auf Deutsch

2 · Markt und Größe

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es schätzungsweise 35.000 bis 40.000 Pizzerien und pizzaführende Restaurants; Italien kommt auf rund 60.000 Betriebe. Rechnet man pro Betrieb mit ein bis zwei Serviceeinsätzen und einer Wartung pro Jahr bei 150 bis 400 € Ticketgröße, ergibt sich allein im DACH-Raum ein adressierbares Servicevolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

  • TAM (DACH + Norditalien): grob 80–120 Mio. € Servicevolumen pro Jahr
  • SAM Jahr 1 (5 Ballungsräume): rund 4.000 Betriebe
  • SOM Jahr 1 (5 % Durchdringung): rund 200 aktive Kunden
  • Zusätzliches Volumen: Bäckereien, Foodtrucks, Hotelküchen mit Steinöfen

3 · Wettbewerb

Der Markt ist fragmentiert. Ofenhersteller bieten Service nur für die eigenen Geräte, klassische Gastro-Technikbetriebe decken Kühlung und Spültechnik ab und behandeln Öfen als Nebengeschäft. Allgemeine Handwerkerportale kennen die Besonderheiten eines Steinofens nicht. Generinos Position liegt genau in dieser Lücke: markenübergreifend, ofen-spezialisiert, mit fester Reaktionszeit.

  • Herstellerservice: kompetent, aber nur eigene Marke und oft mit Vorlauf
  • Regionale Gastro-Technik: breit aufgestellt, Ofen ist Nebensache
  • Handwerkerportale: reine Lead-Vermittlung, keine Fachtiefe
  • Differenzierung: Festpreis, Reaktionszeitversprechen, dreisprachiger Service

4 · Geschäftsmodell und Wirtschaftlichkeit

Generino arbeitet als Vermittler mit Provision: 15 bis 20 % auf jeden vermittelten Einsatz plus wiederkehrende Einnahmen aus Wartungsplänen. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 260 € ergibt das rund 45 € Deckungsbeitrag pro Einsatz; ein Wartungsplan zu 89 € im Monat bringt planbar 1.068 € Jahresumsatz pro Kunde.

  • Provision 15–20 % pro vermitteltem Einsatz
  • Wartungsabo 89 €/Monat als wiederkehrende Basis
  • Ersatzteilmarge 8–12 % über Lieferantenrahmenverträge
  • Ziel-CAC 180–250 €, Payback nach etwa zwei Einsätzen oder drei Abo-Monaten

5 · Angebotsseite: die Techniker

Der entscheidende Engpass ist nicht die Nachfrage, sondern die Dichte verfügbarer Techniker. Dass bereits Techniker an Bord sind, ist der stärkste Startvorteil. Für belastbare Reaktionszeiten braucht es pro Ballungsraum mindestens acht bis zwölf aktive Techniker, damit auch abends und am Wochenende jemand fahren kann.

  • Mindestdichte: 8–12 Techniker je Ballungsraum
  • Onboarding mit Qualifikationsnachweis, Versicherung und Gasfachprüfung
  • Auslastungsziel: 3–4 Einsätze pro Techniker und Tag
  • Bindung über garantiertes Auftragsvolumen statt Exklusivität

6 · Recht und Sicherheit

Gas- und Elektroarbeiten sind in allen Zielmärkten genehmigungspflichtig. Generino vermittelt und haftet nicht für die Ausführung — das verlangt saubere Verträge, dokumentierte Qualifikationen und eine Betriebshaftpflicht auf Technikerseite. Für Italien und die Schweiz gelten jeweils eigene Nachweise.

  • Nachweispflicht: Gasfachkraft, Elektrofachkraft, Kaminkehrer-Abnahme
  • Betriebshaftpflicht als Aufnahmekriterium ins Netzwerk
  • DSGVO-konforme Speicherung von Kunden- und Einsatzdaten
  • Klare Trennung: Plattform vermittelt, Techniker führt aus

7 · Risiken

Die drei größten Risiken sind Angebotsdichte, Qualitätsschwankungen und Umgehung der Plattform. Gegen alle drei helfen Verträge und Datenhoheit: Wartungspläne binden den Kunden, die digitale Ofenakte bleibt auf der Plattform, und Bewertungen nach jedem Einsatz halten die Qualität messbar.

  • Umgehung nach dem ersten Einsatz → Wartungsabo und Ofenakte als Bindung
  • Saisonalität → Wartungen in die Sommerflaute legen
  • Qualitätsstreuung → Bewertung nach jedem Einsatz, Ausschluss unter 4,5
  • Skalierung → Stadt für Stadt statt Fläche, erst Dichte, dann Expansion

8 · Fazit und Roadmap

Die Idee ist tragfähig: Es gibt einen klar bezifferbaren Schmerz, eine zahlungsbereite Zielgruppe und ein Angebot, das bereits teilweise steht. Der Weg zur Validierung führt über eine Stadt, nicht über eine Region.

  • Phase 1 (0–3 Monate): eine Stadt, 10 Techniker, 30 Einsätze, Preise validieren
  • Phase 2 (3–9 Monate): Disposition und Ofenakte digitalisieren, Wartungsabo einführen
  • Phase 3 (9–18 Monate): Ausweitung auf 5 Städte, Techniker-App, Ersatzteillogistik
  • Phase 4: Norditalien, Mehrstandort-Verträge, Ketten und Franchise

Warum diese Version ohne Datenbank auskommt

Diese Version ist ein Schaufenster: Inhalte, Preise und Technikerprofile sind fest hinterlegt, die Anfrage zeigt eine Bestätigung an. Das reicht für Gespräche mit Betreibern und Investoren. Sobald echte Anfragen eingehen sollen, braucht Generino eine Datenbank für Aufträge, Technikerkonten, Statusverfolgung und Benachrichtigungen — das lässt sich jederzeit ergänzen.